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Allgemeines


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Die Komplexität bei der Nutzung von Blockheizkraftwerken (BHKW) ist insbesondere hinsichtlich der Technik als auch den gesetzlichen Rahmenbedingungen sehr hoch. Daher ist dieser Bereich in keinster Weise vergleichbar mit einem Photovoltaik- oder Immobilien-Investment. Die Erfahrungen der letzten Monate zeigen, dass diese Komplexität von vielen Vertriebsleuten verkannt wird. Weiterhin ist feststellbar, dass im Bereich des Vertriebs sehr viel über Garantien sowie angeblich staatlich garantierter Einspeisevergütungen und nur sehr wenig über technische Problemfelder und reale Betriebserfahrungen gesprochen wird. Vielen BHKW-Anlagen werden Effizienzwerte angedichtet, die technisch und physikalisch nicht realisierbar sind. Als Effizienzwerte bezeichnet man das Verhältnis zwischen den jeweiligen produzierten Strom- oder Wärmemengen und der eingesetzten Energiemenge (z. B. Pflanzenöl oder Heizöl). Wenn diese Effizienzwerte in der Realität nicht eingehalten werden, kommt es zu erheblichen zusätzlichen Kosten im Bereich der Brennstoff-Bereitstellung. Die Brennstoffkosten unterliegen sowohl im Heizöl als auch im Pflanzenöl-Bereich erheblichen Preisschwankungen. Die Realität der letzten Jahre lehrt uns, dass langjährige Garantien auf Brennstoffpreisen, die 30-40% unter dem den derzeitigen  Börsenpreisen liegen, nicht eingehalten werden können. Dies ist umso entscheidender, da der Kostenblock für die Brennstoffe im realen Betrieb 75-85 % der Kosten einnimmt.

Blockheizkraftwerke (BHKW) bestehen meistens aus Verbrennungsmotoren, die regelmäßig gewartet und instandgesetzt werden müssen. In der Realität liegen die Wartungsintervalle zwischen 700 und 2.000 Betriebsstunden. Daher nehmen diese Wartungskosten über den Lebenszeitraum einer BHKW-Anlage, der mit rund 60.000 – 80.000 Betriebsstunden oder 15 Jahren abgeschätzt werden kann, einen erheblichen Kostenblock ein.

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind keine neue Erfindung ehemaliger Immobilien- oder Investment-Vertriebler. In Deutschland sind derzeit mehr als 50.000 BHKW-Anlagen installiert – davon rund 4.000 Anlagen im Pflanzenöl-Bereich. Trotzdem spielte der BHKW-Bereich im Investment-Sektor bisher keine maßgebliche Rolle. Erst durch die Annahme sehr geringer Verbrauchswerte, deren Nachweis im realen Betrieb über einen längeren Zeitraum alle Unternehmen bisher schuldig blieben, können höhere zweistellige Prozentwerte als Rendite versprochen werden. Es ist fraglich, ob in irgendeiner Weise die teilweise versprochenen sehr geringen Verbrauchswerte eingehalten werden. Dies stellt jedoch eine der entscheidenden Fragestellung innerhalb solcher Projekte dar.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium stellt die Stromvergütung dar. Auf den Informationsseiten zu den verschiedenen BHKW-Investment-Angeboten wird deutlich, dass die angesetzte Vergütung oft zu hoch angesetzt oder falsch berechnet wird. Demnach sind die Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die von den Vertrieblern meist als „beispielhaft und unverbindlich“ gekennzeichnet werden, in Bezug auf die Einnahmenseite (Vergütung) als auch der Ausgabenseite (Brennstoffverbrauch und Brennstoffkosten) kritisch zu hinterfragen. Wie verweisen insbesondere auf die Problematiken, die bei manchen Vertriebsangeboten in Bezug auf eine Pflanzenölnutzung existieren (Keine EEG-Vergütung für Wunder-Effizienz-BHKW?!?).

Einen guten Überblick über wichtige Aspekte im Zusammenhang mit einem BHKW-Investment bietet Ihnen die  „Checkliste BHKW-Investment„.